Raubtiere im hohen Gras: ZECKEN

Sie gehören mit ihren acht Beinen zu den Spinnentieren, genauer gesagt zu den Milben. Sie sind extrem genügsam, je eine Mahlzeit reicht ihnen um sich aus der Zeckenlarve (0,5mm) in die Nymphe (Weißlich durchscheinend, 1-2mm und nur 6 Beine) und dann zur erwachsenen Zecke, wie z.B. dem gemeinen Holzbock, zu entwickeln. Danach nehmen Sie noch eine Blutmahlzeit für Paarung und Eiablage.

Zecken können 3-5 Jahre überleben, haben kaum natürliche Feinde. Sie sind immer mehr ganzjährig aktiv, sie benötigen Temperaturen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen ab sieben Grad Celsius, dann kommen sie aus der Winterstarre. Selbst strenge Winter überstehen sie z.B. im Mäusebau.

Im Gras und im Gebüsch lauert die Gefahr. Blitzschnell krabbelt die Zecke auf ihren Wirt – Mensch und Tier-, sie erkennt ihn am Geruch, Körperwärme und am ausgeatmeten Kohlendioxid. An zarten Stellen wie Leiste, Kniekehle oder Achselhöhle wird sie sich festbeißen und das Blut trinken. Ist sie vollgesogen lässt sie sich wieder abfallen. Die Gefahr kommt aus ihrem Speichel, damit kann sie schwere Krankheiten wie FSME und Borreliose übertragen. Nicht immer entdeckt man die Zecke rechtzeitig, um sie schnell zu entfernen. Oft wird man erst spät durch Juckreiz aufmerksam, da die Zecke beim Biss eine Art Betäubungsmittel absondert. Dabei ist es besonders wichtig sie frühzeitig zu entfernen, denn mit längerer Saugzeit erhöht sich das Risiko einer Keimübertragung.

Wie schütze ich mich vor Zecken? Man sollte Unterholz und hohe Gräser vermeiden. Im Freien sollte man z.B. beim Picknick lange helle Kleidung und feste Schuhe tragen. Auch der Gebrauch von wirksamen Repellentien (Insektenabwehr) ist sehr zu empfehlen. Dieser muss großzügig aufgetragen werden und oft genug erneuert werden. Schützen Sie sich und Ihre Lieben besonders in betroffenen Gebieten durch eine Impfung gegen FSME. Leider sind Hausmittel und Geheimtipps oft sehr wenig wirksam. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man den ganzen Körper absuchen, auch am Haaransatz.

Wurde man nun gebissen, so entfernt man die Zecke am besten durch eine Zeckenkarte, Zeckenpinzette oder Zeckenzange oder sucht einen Arzt auf. Am besten so schnell wie möglich und ohne die Zecke vorher mit irgendwelchen Substanzen zu behandeln: kein Öl, kein Benzin, Alkohol oder Nagellackentferner, kein Klebstoff, denn das erhöht die Gefahr, dass sich Erreger übertragen. Es sollte die Stelle nach der Entfernung mit Wunddesinfektionsmittel wie Jod behandelt werden und auch markiert werden, denn so erkennen sie schnell, wenn sich die Wunde verändert. Suchen Sie dann bitte einen Arzt auf, auch wenn Sie sich plötzlich stark krank fühlen.

Die häufigsten übertragenen Krankheiten sind zum einen FSME: Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, die anfangs einer Grippe ähnelt, kann zu einer Entzündung der Hirnhaut, des Gehirns und/oder des Rückenmarks führen und lebensbedrohliche Verläufe nehmen. Sie können sich hiergegen gut durch Impfen schützen. Dies ist besonders wichtig, da Unterfranken zu dem Hochrisikogebiet gehört. Zum anderen nehmen die Erkrankungen durch das Bakterium Borrelia burgdorferi aus dem Speichel der Zecke und die damit ausgelöste Infektionskrankheit Borreliose zu.  Diese können das Nervensystem, die Gelenke oder andere Organe befallen und dort schwere Schäden anrichten. Glücklicherweise gibt es zu Behandlung einer Borreliose im Frühstadium wirksame Antibiotika, die Behandlung dauert allerdings mehrere Wochen lang, damit man gefährliche, irreparable Langzeitschäden vermeiden kann.