Allergiker und der Frühling

Der Frühling kommt, die ersten Sonnenstrahlen ziehen uns in die Natur, Frühlingsgefühle erwachen: Die Nase kribbelt, der Hals kratzt und die Augen jucken, schlimmstenfalls Hautausschlag und Kreislaufbeschwerden. Die Pollen sind wieder da und mit ihnen kommt die Allergie, der Heuschnupfen.

Fast jeder dritte ist im Laufe seines Lebens davon betroffen. Der Körper leidet unter harmlosen Dingen, die er mit einem Mal als bedrohlich erkennt. Normalerweise kann das Immunsystem gut zwischen Freund und Feind unterscheiden. Mit einem Male kann es aber zur Sensibilisierung kommen. Plötzlich bekämpft der Körper an sich unproblematische Stoffe wie Pflanzenpollen, Nahrungsbestandteile oder auch Insektengifte mit einer komplexen Abwehrreaktion.

Man kann vier Allergietypen unterscheiden:

Typ- I: der Soforttyp, wie Ihn die Pollenallergiker kennt:  Das Immunsystem bildet Antikörper der Klasse IgE, Histamin wird ausgeschüttet und das löst Schwellungen der Haut oder Schleimhäute innerhalb kürzester Zeit aus.

 Typ-II: Das Immunsystem bildet Antikörper gegen Oberflächenstrukturen von körpereigenen Zellen aus. Beispiele sind die Hashimoto-Thyreoiditis und Reaktionen nach falschen Bluttransfusionen.

Typ-III: Hierbei entstehen Immunkomplexe aus den Allergenen und den Antikörpern , die sich in Geweben oder Gefäßen ablagern können und zu Entzündungen führen.

Typ-IV: Bei einer Kontaktallergie ( häufig durch Nickel oder Duftstoffe), auch Allergie vom Spättyp genannt, entstehen aus den Substanzen in der Verbindung mit körpereigenen Proteinen erst die Allergene, die spezielle weiße Blutkörperchen (T-Lymphozyten)  aktivieren und diese alarmieren weitere Abwehrzellen. Das dauert bis zu vier Tage.

Allergiebereitschaft ist leider anlagebedingt und auch vererbbar. Hinzu zur genetischen Veranlagung kommen Umweltfaktoren, Verlauf und Schweregrad sowie Ausprägung sind aber von Person zu Person unterschiedlich. Allergien vom Soforttyp können behandelt werden durch eine Hyposensibilisierung. Dabei lernt der Körper sich an die allergieauslösenden Stoffe zu gewöhnen und weniger überschießend darauf zu reagieren. Innerhalb einer langen Zeit werden steigende Dosen verabreicht – entweder oral oder gespritzt. Diese Geduld wird aber oft belohnt durch ein angenehmeres Leben mit weniger oder auch oft keinen Symptomen mehr.

Natürlich ist es gut die Allergene zu vermeiden, damit erst gar keine Symptome entstehen können. Das ist im Alltag allerdings nicht immer praktikabel. Keiner will sich die ganze Pollensaison zu Hause verstecken. Karenz ist dennoch wichtig, gerade bei Lebensmittelallergien, um die Allergie nicht immer weiter zu verschlimmern. Hierzu gehört auch, dass man Kreuzallergien beachtet, d.h. manche Oberflächen von Lebensmittelinhaltsstoffen ähneln Pollen und der sensibilisierte Mensch verträgt manche Lebensmittel plötzlich nicht mehr und reagiert auch auf diese allergisch oder er verschlimmert durch den Genuss mancher Speisen seine bestehende Allergie. Typisch z. B. Birkenpolle und Apfel.

Bemerken Sie neuerdings Symptome an sich, so klären Sie bitte ab, ob es sich um eine Allergie handelt, damit Sie frühzeitig gegensteuern können. Es gibt sehr viele gute Medikamente, die Ihnen helfen mit der Allergie zu leben und verhindern, dass ein Etagenwechsel von den oberen Atemwegen auf die Bronchien stattfindet: Eine unbehandelte Allergie verschlimmert sich oft und aus einfachen Beschwerden kann ein schweres Asthma entstehen.